>>zurück

Morris aus Amerika

Morris ist 13 Jahre alt, schwarz, hat ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen und versucht sich als Gangsta-Rapper, wenn er nicht gerade Deutsch lernen muss. Seit dem Tod seiner Mutter lebt er mit seinem Vater Curtis in Heidelberg. Curtis bemüht sich, Morris verständnisvoll zu erziehen, aber er hat wenig Zeit. Auch die Studentin Inka, bei der Morris Deutsch lernen soll, hat nicht immer das richtige Händchen. Als Morris ihrem Vorschlag folgt, am Ferienprogramm des Jugendclubs teilzunehmen um Freunde zu finden, trifft er dort die 15-jährige Katrin, in die er sich sofort verknallt. Sie scheint anders drauf zu sein als die übrigen Jugendlichen, die ihn nur verarschen. Katrin zuliebe tritt Morris sogar mit einem Sex-Rap in der Ferien-Talentshow des Jugendclubs auf – und erhält prompt Hausverbot. Als Katrin ihn wenig später fragt, ob er mit zu einem Konzert nach Frankfurt kommt, ergreift Morris die Gelegenheit. Doch die Dinge laufen ganz anders als erhofft.

„Morris aus Amerika“ erzählt seine emotional spannende Coming-of-Age-Geschichte ruhig und gelassen. Der intime Realismus und der schwarze Außenseiter-Blick auf Deutschland lassen Raum für viele Interpretationsmöglichkeiten. Durch die Authentizität gelingt dem Film ein ehrlicher, unverstellter Blick auf all die verwirrenden und verworrenen Träume und Ängste von Heranwachsenden, ihren Mut, ihren Trotz und ihre Suche nach Aufrichtigkeit und Liebe.

Bereits in der Musik zum Vorspann wird klar: in diesem Film geht es um Hip Hop, jugendlichen Größenwahn, sexuelle Gefühle und die Wunden, die die erste Liebe schlagen kann. Die Kamera folgt Morris durch Heidelberg, sieht die Stadt und die Menschen dort mit seinen Augen. Bald steckt man mit ihm in seinem Dilemma, freundet sich mit ihm an und hofft, dass ihn Katrin nicht so mies behandelt, wie es die anderen tun, mit denen sie ihre Zeit meistens zu verbringen scheint.

Der sympathische Hauptdarsteller ist ein Glücksgriff. Markees Christmas spielt Morris in einer genialen Mischung aus verliebtem Teenager, störrischem, verletzlichem Kind und einsamem Fremden. Er verleiht der Hauptfigur durch seine Darstellung so viel Authentizität, dass man intensiv bei ihm bleibt. Seinen sexuellen und verliebten Sehnsüchten lässt Regisseur Chad Hartigan dabei den nötigen Spielraum, ohne Morris‘ Fantasiewelt bloßzustellen. Craig Robinson, amerikanischer Stand-Up Comedian, spielt den alleinerziehenden Vater Curtis mit Humor und dem klaren Bewusstsein, dass er dem Youngster die Hauptrolle überlässt.

Die Deutschen sind teilweise allerdings sehr überzeichnet, Katrins Mutter beispielsweise ist eher eine Karikatur, die Erzieher stecken voller Vorurteile und die deutschen Jugendlichen haben bis auf Katrin und ihren Freund Per kein eigenes Profil. Hier wünscht man sich als Deutsche einen etwas differenzierteren Blick.


Blu-ray-Bildformat:1:1,78/1080p
Ton:dts HD 5.1 MA
Sprachen: Deutsch dts HD 5.1 MA/Englisch dts HD 5.1 MA/Dt. f. Sehg.
Untertitel: Deutsch/Englisch/Dt. f. Hörg.


 

DVD Extras: Entfallene Szenen, Outtakes, Featurettes

Blu-ray Extras: Entfallene Szenen, Outtakes, Featurettes

Kommentare zum Film