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Filmkritik von Paula, 17
Nordische Filmtage Lübeck 2011

August
Originaltitel: Elokku
Finnland, 2011
Regie: Oskari Sipola
Schauspieler: Eppu Pastinen (Aku), Lina Turkama (Juli), Zagros Manuchar (Freda), Niina Koponen (Erika)

Ein ganzer Sommer in 109 Minuten. Ein Sommer, in dem zwei verschiedene Leben sich kreuzen. Juli und Aku, die sich den einen Sommer teilen. Ein Sommer ganz gegen die Norm, gegen jegliche Regeln. Sie denken nicht darüber nach was morgen ist, leben im Hier und Jetzt, klare Luft zum Atmen und eine zarte aufkeimende Liebe - ihr ganz eigener Sommer. „Im Juli ist die große Hitze, ein Monat voll Intensität und Freiheit. Im August ist der Ende des Sommers. Man schaut zurück, reflektiert und bereut den vergangenen Sommer - oder auch nicht!“

Mit diesen Worten trifft Regisseur Oskari Sipola den Kern seines brillanten ersten Spielfilm auf den Punkt. „August“ ist das faszinierende Ergebnis, wenn Musik und Film perfekt zusammen passen, wenn das Sonnenlicht in eine andere Welt entführt, wenn jeder Gesichtszug von einem lauen Sommerwind umspielt ist, wenn Traum und Wirklichkeit aufeinander prallen. Ab der ersten Sekunde des Filmes zeigt sich ein außergewöhnlich guter Umgang mit der Kamera. Eine relativ einfache, normale Geschichte wird durch beeindruckende Aufnahmen Finnlands zu einem ganz einzigartigen Ereignis. Man fühlt die Liebe und das Herzblut, die in dem Film stecken.

Was jedoch nicht so ganz in das außerordentlich junge, frische und wilde Filmkonzept passt, sind die weisen Sprüche der Erwachsenen. Sie regen zwar zum Nachdenken an, jedoch sind sie manchmal einfach situationsbedingt nicht passend, und sie wirken aufgesetzt theatralisch. Dennoch hat die Gesamtkomposition eine ganz eigene Note und trotz unausgeklügelter Geschichte etwas ganz Neuartiges. Ein wilder Sommer, einsame Natur und Gewissensbisse.


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