DER KLEINE SCHEISSER
Frankreich, Spanien 2003, Patrick Alessandrin
85 Min., Farbe, FSK: 12, Altersempfehlung: ab 12 Jahre
Darsteller: Thierry Lhermitte, Ophélie Winter, Maria Pacôme, Leonor Watling, Clémentine Célarié u. a.
Genre: Komödie, Familienfilm, Kinder
Der erfolgreiche Bauunternehmer Vincent Porel platzt schier vor Stolz über die Geburt seines Sohnes. Noch ahnt er allerdings nicht, dass es sich bei seinem kleinen Liebling um die Reinkarnation seines zeitgleich verstorbenen „Erzfeindes“ Simon Variot handelt. Dieser musste trotz seiner Begabung ein Architekturstudium abbrechen und hat sich danach mehr schlecht als recht durch das Leben geschlagen. Da Simon glaubt, der Baulöwe habe ihn bei einem Entwurf für ein großes Museum um die Lorbeeren betrogen, möchte er sich nun als Baby an Vincent rächen. So nutzt er jede Gelegenheit, seinem „Vater“ das Leben zur Hölle zu machen und dabei begibt er sich sogar selbst in Gefahr.
Sieht man von der arg konstruierten Rahmenhandlung ab, die Simons Tod und seine Reinkarnation als Baby erklären soll, die auch noch für eine Erpressungsgeschichte herhalten muss, gelingen dem in seinem Humor und der Leichtigkeit seiner Erzählweise typisch französischen Film zahlreiche liebenswerte und urkomische Einblicke in die Welt eines Kleinkindes und dessen für die Erwachsenen oft unverständliche Reaktionen. Das beginnt mit der Lust an der Brust und den folgenreichen „Bäuerchen“ und Pupserchen (die allein in Deutschland titelgebend für den Film waren) nach der Mahlzeit, setzt sich mit der kindlichen Neugier und Entdeckerfreude in allen Bereichen des täglichen Lebens fort und endet mit den relativ früh entwickelten eigenen Launen und Machtgefühlen. Dabei behält der Film konsequent seine männliche Perspektive, aus der heraus keineswegs jede Frau und Mutter für die Aufzucht des männlichen Nachwuchses geeignet scheint, der stolze Erzeuger hingegen als Übervater gezeichnet wird. Er kommt nicht nur fast ohne Schlaf aus und bleibt dabei immer geduldig und feinfühlig, sondern kann sogar Beruf und Kinderaufzucht perfekt miteinander verbinden. Für werdende Väter gibt das immerhin ein in Filmen noch seltenes Vorbildmodell ab, sich selbst stärker an der Kindererziehung zu beteiligen. Fast noch interessanter als "Der kleine Scheißer" ist daher das Making of zum Film. Denn zum ersten Mal wurde ein Spielfilm so konsequent aus der Perspektive eines Babys erzählt, dem man aber noch keine Regieanweisungen geben kann. Das erforderte eine Menge Geduld bei den Dreharbeiten, aufwändige Logistik und zahlreiche Tricks, die mindestens so aufschlussreich und amüsant wie der Film selbst sind.
DVD-Bildformat: 1:1,85; 16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Französisch
DVD-Extras: Making of
Anbieter:
| Kauf-DVD: | Universal |
| Verleih-DVD: | Universal |
Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (21. Woche 2005).
www.Top-Videonews.de 2007
