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SPUK AM TOR DER ZEIT
Deutschland 2002, Günter Meyer
90 Min., Farbe, FSK: 6, Altersempfehlung: ab 8 Jahre
Darsteller: Friedrich Lindner, Laura Berghäuser, Nina Hoger, Walther Plathe, Jörg Malchow, Saskia Grasemann u. a.
Genre: Abenteuer, Familienfilm, Kinder

Die Roggeliner Gruft mit der Mumie des Balthasar von Kuhlbanz ist die Touristenattraktion des kleinen Dorfes. Weil sie jedoch baufällig geworden ist, muss das Gebäude abgerissen werden. Kurz zuvor entdeckt Marco, der zwölfjährige Stiefsohn des Bürgermeisters, dort nach einem peinlich missglückten Rendezvous mit seiner Klassenkameradin Jessica einen seltsamen Stein in der Wand. Als er ihn berührt, öffnet sich ihm ein Zeittunnel ins Jahr 1766, in die Zeit Friedrichs des Großen. In dieser Vergangenheit begegnet Marco der gleichaltrigen Dienstmagd Marie, in die er sich verliebt, und seinem Urururgroßvater Wilhelm, einem frechen Jungen, der ihm täuschend ähnlich sieht. So kommt Marco auf die Idee, Wilhelm in die Gegenwart zu bringen, damit dieser an Marcos Stelle bei einem Fußballspiel und auch gegenüber Jessica punkten kann. Nach ersten Schreckensminuten im Angesicht der für ihn unerklärlichen modernen Technik nutzt Wilhelm seine Doppelgängerrolle weidlich aus. Das bringt wiederum Marco in Erklärungsnöte gegenüber seinen Eltern und schließlich sogar in große Bedrängnis, als er erneut in die Vergangenheit reist, um der lungenkranken Marie das Leben zu retten. Sollte er es nicht rechtzeitig schaffen, den Zeittunnel zu durchqueren, bevor die Abrissbagger die Gruft zerstört haben, wird er seine Eltern nie wieder sehen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Dieser Film ist der dritte Teil einer Trilogie von „Spuk“-Geschichten, die Regisseur Günter Meyer in dem realen Ort Stücken in Brandenburg mit denselben Darstellern zwischen 1998 und 2002 filmte. Zuvor entstanden die Filme „Spuk aus der Gruft“ (1998) und „Spuk im Reich der Schatten“ (1999). Angefangen hat seine Beschäftigung mit dem Genre eigentlich bereits mit zwei einschlägigen Fernsehserien für Kinder, die Meyer seinerzeit noch für das Fernsehen der DDR gedreht hat. In den ersten beiden Filmen der Trilogie steht allerdings nicht Marco im Mittelpunkt (Friedrich Lindner), sondern seine um einige Jahre ältere Filmschwester Maja. Diese verliebt sich in den 300 Jahren zuvor gestorbenen Friedrich Freiherr von Kuhlbranz, der als Mumie in der Gruft keine Ruhe findet, weil er seine Unschuld an der Ermordung eines Schäfers nicht beweisen kann. Allein Maja erweist sich als mutig genug, ihm im Reich der Toten zu helfen. Der wahre Schuldige wird entlarvt und entpuppt sich als Friedrichs Bruder Balthasar. Im zweiten Teil versucht Balthasar deshalb, sich an Maja zu rächen, was mitunter ganz realistisch in Schmierentheater ausartet. Diese beiden Teile sind etwas hausbacken, jedoch mit viel Liebe inszeniert worden. Allerdings entscheiden sie sich nicht klar für eine Zielgruppe: Kinder werden sich in der Liebesgeschichte der beiden jungen Menschen nur schwer wieder finden können, ältere Jugendliche hingegen lassen sich von den weitgehend harmlosen Spukgeschichten kaum noch beeindrucken.

In Teil drei der Trilogie (Spuk am Tor der Zeit), der als der gelungenste gelten darf, stimmen Hauptfiguren und Zielpublikum endlich überein. Auch ohne Vorkenntnisse der ersten ist er allgemein verständlich und erzählt eine in sich komplett abgeschlossene Geschichte. Die Zeitreise und das populäre Doppelgängermotiv ermöglichen Günter Meyer einen reizvollen Vergleich mit den Lebensbedingungen und Verhaltensweisen der Kinder heute und vor 300 Jahren. Nebenbei verdeutlichen sie auch, wie allzu selbstverständlich uns viele Dinge heute vorkommen. Zeitübergreifend ist auch der Grundkonflikt, wann man sich einmischen oder aufbegehren soll und Verantwortung übernehmen muss, statt die Probleme einfach zu ignorieren. Marco, Wilhelm und Marie müssen sich entscheiden, in welcher Zeit sie leben wollen, und für Marco stellt sich die Frage besonders intensiv, denn Marie muss sterben, wenn er nicht bereit ist, ihr zu helfen.

Informativ und unterhaltsam sind die jeweiligen „Making of“ zu den drei Filmen geworden, die den DVDs als Bonusmaterial beigefügt und inhaltlich wie formal stark auf den Hauptfilm ausgerichtet sind. Günter Meyer hat bei seinen Spukgeschichten immer tiefer in die Trickfilmkiste gegriffen und zunehmend auch Computeranimationen eingesetzt. Einige dieser Tricks werden anschaulich und kurzweilig erklärt.

Alle drei Filme der Triologie gibt es als Kauf-DVD beim unten genannten Anbieter.

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Anbieter:

Kauf-DVD: ALIVE

Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (16. Woche 2005).

www.Top-Videonews.de 2007