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KINDERGESICHTER
Frankreich 1923 -1925, Jacques Feyder
117 Min., S/W, FSK: o.A., Altersempfehlung: ab 8 Jahre
Genre: Drama, Drama, Klassiker

Um 1920: Saint-Luc, ein kleines Dorf in den Schweizer Bergen trauert. Die Frau des Ortsvorstehers stirbt jung. Nach ihrer Beerdigung zieht sich Jean, der zehnjährige Sohn, vor Kummer in sich selbst zurück; seine kleine Schwester Pierrette bleibt kindlich unbefangen. Als der Ortsvorsteher die Bäuerin Jeanne Dubois erneut heiratet und sie ins Haus einzieht, begegnet Jean der neuen Mutter mit Zurückhaltung und Ablehnung. Mit ihrer Tochter Arlette streitet er nur, ärgert sie und fühlt sich offenbar verdrängt und abgelehnt. So gipfelt Jeans Verhalten darin, dass er Arlette in einer Winternacht auf die Suche nach ihrer verlorenen Puppe schickt. Als das Mädchen nicht zurückkehrt und in der Ferne ein Lawinenabgang zu hören ist, plagen Jean Gewissensbisse. Er beichtet seine Tat, die Dorfbewohner finden Arlette und wohlbehalten schließt ihre Mutter sie in die Arme. Doch erst als Jean von der beherzten Frau aus großer Gefahr befreit wird, fühlt er sich von ihr angenommen.

Dieser Stummfilm von Jacques Feyder liegt hier in der zweiten, fast vollständig restaurierten Fassung vor. Die neue musikalische Begleitung wurde von Komponist Antonio Coppola geschaffen und vom französischen Ensemble „Octuor de France“ eingespielt. In seinem Werk hat sich Jacques Feyder die Aufgabe gestellt, die Gefühlslage eines Jungen wieder zu geben, der von Kummer geplagt ist. Hierzu wählt er Bilder, die aus Augenhöhe der Hauptfigur aufgenommen sind, wie z.B. bei der Beerdigungszeremonie. Gezielte schnelle Schnitte von Naturaufnahmen vermitteln Wut, Verzweiflung und die Übermacht seelischer Not. Aber auch der Hauptdarsteller trägt durch Mimik und Gestik dazu bei, dass ohne Worte deutlich wird, wie es um ihn steht. Zwischenzeitlich erzählt der Film jedoch auch vom Leben der Erwachsenen im Oberwallis nach der Beerdigung, die Hochzeitsfeier, das häusliche Leben, die Suchaktion der Dorfbewohner nach Arlette. Letztere Szenen sind filmisch von daher bemerkenswert, dass sie mittels Ausleuchtung mit Taschenlampen tatsächlich bei Nacht gedreht wurden – für die 20-er Jahre eine Novität. Mit gutem Gespür und großem Respekt gegenüber dem Filmkunstwerk wurde die Musik neu erstellt. Kurzum ein cineastisches Highlight, das älteren Kindern Interessantes vermitteln kann. Erwachsene mit Interesse an besonderen Filmen finden mit Sicherheit leichter Zugang als der Nachwuchs.

DVD-Bildformat: 4:3
Ton Hauptfilm: Dolby Digital 5.1
Sprache: keine, Zwischentitel Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Holländisch
DVD-Extras: Original-Filmmusik von Antonio Coppola (2003), Dokumentarfilm über die Musikaufnahmen (16 Min.), Filmvorstellung durch Serge Bromberg mit zahlreichen unveröffentlichten Dokumenten (5 Min.)
Ton Extras: Dolby Digital 2.0

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Anbieter:

Verleih-VHS: absolut Medien

Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (5. Woche 2006).

www.Top-Videonews.de 2007