Film: Das Mädchen mit dem Zauberhaar

>>zurück

Das Mädchen mit dem Zauberhaar

Zehn Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen. Die neunjährige Shinko lebt mit ihrer Familie auf dem Land, inmitten zahlreicher Weizenfelder. Weil ein Wirbel auf der Stirn eine ihrer Haarsträhnen kerzengerade nach oben stehen lässt, hält sie diesen für magisch. Irgendeinen Sinn muss er ja haben. Vielleicht kommt daher ihre ausgeprägte Vorstellungskraft, mit der sie sich in die Vergangenheit träumen kann. Als Kiko aus Tokio neu in Shinkos Klasse kommt, wird sie zunächst von allen gemieden. Nur Shinko nimmt sich ihrer an und lernt das schweigsame Mädchen, dessen Mutter vor einiger Zeit gestorben ist, besser kennen. So erleben die beiden einen aufregenden Sommer, erfahren etwas über Nagiko, ein Mädchen, das vor 1000 Jahren an diesem Ort gelebt hat und sich ebenso allein gefühlt hat wie Kiko, und entdecken im Fluss einen Goldfisch. Beinahe macht ein Fehler von Kiko das Glück dieser Zeit zunichte; die Freundschaft zu Shinko aber ist stärker.

Sunao Katabuchi, der schon als Regieassistent bei Hayao Miyazakis „Kikis kleiner Lieferservice“ mitarbeitete, gelingt es in seinem Anime nach dem autobiografischen Roman von Nobuko Takagie mit einem sehr guten Gespür für Atmosphäre von der Freundschaft und der Kraft der Fantasie zu erzählen. Allerdings folgt sein Film keinem großen Handlungsbogen, sondern reiht eher kurze Episoden nebeneinander. So ist die imaginäre Begegnung von Kiko mit Nagiko zwar für das Mädchen bedeutsam, lenkt aber wiederum von der realen Freundschaftsgeschichte ab. Die kleinen Momente, die einzelnen Szenen aber bringen die jeweiligen Themen mit einer poetischen Bildsprache auf den Punkt und lassen die beiden Freundinnen vertraut und lebendig werden. Geradezu meisterhaft bindet Katabuchi auch ernste Themen wie Verlust, Tod und Abschied ein. Auch diese gehören zum Leben.

DVD-Bildformat: 1:1,78; 16:9
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch

Kommentare zum Film