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Jetzt auf DVD: "Ein ganz gewöhnlicher Jude"

Der Journalist Emanuel Goldfarb lebt als Jude der Nachkriegsgeneration in Deutschland. Als er gebeten wird, vor Schülern im Sozialkundeunterricht über sein Leben zu berichten, stürzt ihn das in einen argen Konflikt: Zwar hat er spontan abgelehnt, doch die Gedanken lassen ihn nicht mehr los. Er schreibt sie auf, um sie von der Seele zu bekommen. Seine Reflektionen über die politische wie persönliche Vergangenheit und Gegenwart fördern lang Verschüttetes und Verdrängtes zu Tage und gestatten einen intensiven Einblick in jüdisches Leben in Deutschland.

Ben Becker verkörpert in diesem über weite Strecken Ein-Personen-Monolog den jüdischen Journalisten. Und er tut dies auf eine faszinierend eindringliche und zugleich unaufdringliche Art. Die Texte sind sprachlich wie inhaltlich anspruchsvoll. Doch wenn man sich auf die literarische Qualität einlassen kann, geht es einem als Zuschauer genauso wie diesem Emanuel Goldfarb. Einmal angestoßen, lassen sich die Gedanken kaum noch stoppen. Ein hervorragender Beitrag für den Geschichts-, Religions-, Ethik- oder Sozialkundeunterricht. Aber auch ein anregender Film für jeden thematisch Interessierten, der sich vielleicht wegen des Kammerspielcharakters ein wenig ins Theater versetzt fühlen wird.