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Kinotipp: Tomi Ungerers „Die drei Räuber

Animationsfilme feiern seit einigen Jahren in unseren Kinos große Erfolge. Der Konkurrenzdruck beschleunigt das Leistungsvermögen des digitalen Kinos: „Jede Sekunde ein neuer Gag“ lautet die Devise. Ganz anders verhält es sich bei der Verfilmung des Bestsellers von Tomi Ungerer „Die drei Räuber“, ein Kinderbuch, das bereits seit über 40 Jahren auf dem Markt ist. Der Film bleibt dem Stil der Vorlage treu, entwickelt aber einen eigenen Charme in der visuellen und narrativen Handschrift. Er nimmt sich viel Zeit zu erzählen, wie die kleine Tiffany es sich lieber bei den drei Räubern einrichtet, als in ein schreckliches Waisenhaus zu ziehen. Eine abenteuerliche Geschichte um eine sagenhafte Schatzkammer, Tortenschlachten und eine Kinderhausrevolte nehmen ihren Lauf. Hayo Freitag („Käpt’n Blaubär“), verantwortlich für Drehbuchbearbeitung, Produktion, Design und Regie, verzichtet auf hektische Schnitte und schnelle Schauplatzwechsel, auf überzogene Gags und unangemessene Action, er vertraut ganz den Bildern der Vorlage und lässt den Zuschauern Raum, in ihnen zu lesen wie in einem Bilderbuch, das langsam umgeblättert wird. Es sind vielschichtig gestaltete Bilder, die sich auf einer großen Leinwand besser entfalten als auf einem Monitor oder Bildschirm. Dadurch bleiben die Phantasie Ungerers, seine originellen Figuren und seine sanfte, leicht ironische Erzählweise erhalten, was den Film besonders für Kinder schon vom Vorschulalter ab empfehlenswert macht.
„Die drei Räuber“ bieten kindgerechtes Entertainment ohne schrille und bunte Effekte. Das Geschehen um die „grimmigen, schrecklichen Räuber“ und eine „böse, furchterregende Tante“ werden sorgfältig und liebevoll eingebettet in ein heiteres und entspannendes Ambiente. Und da Ungerer höchstpersönlich den Part des Erzählers übernommen hat, ist von Anfang an klar, dass der kleinen Tiffany nichts passiert und ihre Geschichte ein Happy-end hat.

Kinostart: 18.10.2007


Die drei Räuber
Deutschland 2007.
Regie: Hayo Freitag
75 Min. Farbe.
Stimmen: Joachim Król, Bela B. Felsenheimer, Charly Hübner, Katharina Thalbach, Tomi Ungerer, Elena Kreil.
FSK: o.A.
KJF Empfehlung ab 5 Jahren