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DER MANN OHNE VERGANGENHEIT
Finnland/Deutschland 2002, Aki Kaurismäki
93 Min., Farbe, FSK: 12, empfohlen ab 14 Jahre

Top-Video im Juni 2003

Ein Mann kommt mit einem Koffer in Helsinki an, wird im Park brutal niedergeschlagen, erwacht im Krankenhaus und hat sein Gedächtnis verloren. Leute, die am Rande der Stadt in einer Container-Siedlung leben, helfen ihm, sich in den normalen Alltag einzuleben. Besonders die Liebe einer Heilsarmistin ermöglicht ihm die Integration in ein ihm unbekanntes Ambiente, das er dann aber mit unkonventionellen und verblüffenden Ideen umgestaltet. U.a. baut er eine Heilsarmee-Combo auf. Als er später sein altes Leben wiederfindet, braucht er es nicht mehr, da er ein neues hat.
Die Story von "Der Mann ohne Vergangenheit" könnte auch aus der Feder der Film Noir-Autoren William Irish und Cornell Woolrich stammen, denn sie ist kurz, lakonisch und schnörkellos. Einerseits bleibt der Zuschauer emotional auf Distanz, andererseits vermittelt der Film Intensität und Nähe. Kaurismäkis Figuren bewegen, bewähren und beweisen sich auf engstem Raum; Geschwätzigkeit ist nicht ihr Ding. Kamera und Schnitt tänzeln nicht um sie herum. Man kann sich ganz in die Charaktere vertiefen und ihr Innenleben kennenlernen. Wer diese Chance nutzt, lernt mit "M" und "Irma" und all den anderen wunderbare Menschen kennen, die in Erinnerung bleiben; so stark, dass man mitunter vergisst, dass diese Menschen, mit denen man vorübergehend zusammen war, nicht wirklich existieren.

Die DVD bietet zwar keine nennenswerten Besonderheiten. Wer allerdings die Filme von Kaurismäki kennt, wird sicherlich die Ansicht teilen, dass ein "Regie-Kommentar" hier äußerst überflüssig und unangebracht wäre.

DVD-Bildformat: 1:1,85/16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch/Finnisch
Untertitel: Deutsch

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Kauf-VHS: EuroVideo
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