Dreizehn
Catherine Hradwicke, 2003
Regie: USA
Top Video: 3 / 2004
Preis in der Kategorie »Jugend« 2004
FSK: 12, Altersempfehlung: 14 Jahre, Länge: 96 Minuten
Stichworte: Familie, Freundschaft, Drogen, Mädchen, Mädchen
Inhalt:
Dreizehn Jahre alt ist Tracy, als sie ihre Kindheit hinter sich lässt und nicht mehr das brave Schulmädchen sein will. Evie, das coolste Mädchen der High School, ist ihr Vorbild. Die ist alles andere als mädchenhaft, sondern gibt sich sexy gestylt und wesentlich reifer als Tracy. Als beide Freundinnen werden, ändert Tracy nicht nur ihr Aussehen. Sie beginnt zu klauen, lässt sich piercen, macht mit Jungen herum und nimmt Drogen. Tracy entgleitet ihrer Mutter immer mehr und droht, völlig aus der Bahn zu geraten.
Catherine Hardwicke erhielt für ihr Regiedebüt beim Sundance Filmfestival den Regiepreis und zwei „Leoparden“ in Locarno – mit aller Berechtigung. Der Film geht unter die Haut. Er zeigt, wie schnell ein Abrutschen in einer auf Konsum und Aussehen fokussierten Welt in der ohnehin labilen Zeit der Pubertät möglich ist. Dabei vollführt er dramatische Zuspitzungen, wirkt aber trotzdem überaus authentisch. Ein moralisierend erhobener Finger kommt nicht zum Einsatz. Der Film versteht es, den Zuschauer zu berühren und zum Nachdenken anzuregen. In seiner Machart an einen Musikclip angelehnt, spiegelt der Film durch schnelle Szenenfolgen, abrupte Schnitte und Handkameraeinsatz die chaotische Gefühlswelt der Hauptfiguren wieder. Unruhe, Aufruhr, aber auch Entsetzen und Bestürzung finden so ihren Ausdruck. Seinen realistischen Blick verdankt der Film sicher auch Nikki Reed alias Evie, die in dem Drehbuch ihre eigenen Erfahrungen niederschrieb.
DVD-Bildformat: 1:1,85;16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
DVD-Extras: Audiokommentar, Nicht verwendete Szenen, Featurette, Easter Eggs
Jurybegründung:
In ihrem Regiedebut zeigt Catherine Hradwicke in realistischer Weise, wie schnell Jugendliche in einer auf Konsum und Aussehen fokussierten Welt ins Abseits driften können. Am Beispiel der Hauptfiguren ist das Lebensgefühl Dreizehnjähriger glaubhaft und nachvollziehbar eingefangen. Das Phänomen, Gewalt selbstzerstörerisch einzusetzen wird dabei offen thematisiert. Schnelle Szenenfolgen, abrupte Schnitte und Handkameraeinsatz spiegeln die bewegte Gefühlslage der Hauptfiguren filmisch wieder. Die Geschichte mit authentischem Hintergrund versteht es, den Zuschauer zu berühren. Neben einem realistischen Blick auf die Entwicklung Heranwachsender gelingt dem Film eine treffende Beschreibung elterlichen Verantwortungsgefühls ebenso wie erzieherischer Unsicherheit.
Anbieter:
Preisträger-Archiv Deutscher Jugendvideopreis - Professional Media
|